Besondere Anforderungen an Biosicherheitslabor-Schleusen

Erstellt 01.14
Durchreichkästen (auch bekannt als Transferluken oder Schleusen) sind wesentliche Komponenten in Laboren für biologische Sicherheit. Sie ermöglichen den sicheren Materialtransfer zwischen verschiedenen Sicherheitszonen unter Beibehaltung der Barriereintegrität. Für Labore der Biosicherheitsstufe 2 (P2) und Stufe 3 (P3) erfordern diese Systeme eine spezielle Konstruktion, um Kreuzkontaminationen zu verhindern und die Sicherheit des Personals zu gewährleisten.
Dieser Artikel untersucht die besonderen Designanforderungen für Durchreichkästen in P2- und P3-Laboren und konzentriert sich auf kritische technische Aspekte, die Laborplaner, Facility Manager und Fachleute für biologische Sicherheit berücksichtigen müssen.
Reinraum-Durchreiche mit Bedienfeld, zur sicheren Materialübertragung.

Anforderungen für P2-Labore

Labore der Biosicherheitsstufe 2 arbeiten mit moderaten Risikostoffen, die menschliche Krankheiten verursachen können, aber unwahrscheinlich sind, sich durch luftgetragene Übertragung auszubreiten. Durchreichkästen für P2-Labore müssen Folgendes umfassen:
  • Mechanische oder elektrische Verriegelungssysteme, um zu verhindern, dass sich beide Türen gleichzeitig öffnen
  • Gedichtete Türen mit ausreichender Abdichtung zur Aufrechterhaltung des gerichteten Luftstroms
  • Edelstahlkonstruktion für einfache Dekontamination
  • UV-C-Keimtötungslampen oder chemische Dekontaminationsoptionen
  • Visuelle Anzeigen, die den Kammerstatus anzeigen
  • Angemessen dimensionierter Innenraum für gängige Laborartikel

Anforderungen an P3-Labore

Biosicherheitsstufe 3-Labore arbeiten mit einheimischen oder exotischen Erregern, die durch Inhalation schwere oder potenziell tödliche Krankheiten verursachen können. Durchreichkästen für P3-Einrichtungen erfordern erweiterte Funktionen:
  • Doppelte Dichtungsringe mit Drucküberwachungsfunktion
  • Automatisierte Dekontaminationszyklen (typischerweise mit dampfförmigem Wasserstoffperoxid oder Chlordioxid)
  • Aufrechterhaltung des Unterdrucks in der Kammer
  • Bioseal-Flanschintegration mit Wanddurchdringung
  • HEPA-Filterung sowohl für Zuluft als auch für Abluft bei mechanischer Belüftung
  • Ausfallsichere elektronische Verriegelungen mit Audit-Trail-Funktion
  • Druckfeste Konstruktion für Containment-Integrität

Kritische technische Spezifikationen für Sicherheitsschleusen

Luftdichtigkeit und Druckdifferenz

Schleusen müssen luftdichte Dichtungen aufrechterhalten, um Druckdifferenzen zwischen Laborzonen zu erhalten. Für P3-Labore sollte die Kammer Druckdifferenzen von mindestens 250 Pa standhalten. Regelmäßige Tests mit Aerosol- oder Druckabfallmethoden sind unerlässlich. Dichtungen sollten aus chemikalienbeständigen Materialien wie Silikon oder EPDM bestehen und leicht austauschbar sein, ohne die Eindämmung zu beeinträchtigen. Die Schleuse sollte nahtlos in das Druckkaskadensystem des Labors integriert sein.

Dekontaminationssysteme

Eine effektive Dekontamination zwischen Transfers ist entscheidend. P2-Labore verwenden typischerweise UV-C-Lampen (254 nm) in der Schleuse mit Sicherheitsverriegelungen, die das Öffnen der Tür während des Betriebs verhindern. P3-Labore erfordern robustere Systeme, die oft automatisierte Generatoren für verdampften Wasserstoffperoxid (VHP) oder Chlordioxid integrieren, um eine 6-Log-Reduktion von biologischen Indikatoren zu erreichen. Das Innendesign der Schleuse muss eine gleichmäßige Verteilung des Dekontaminationsmittels ohne tote Zonen gewährleisten.

Sicherheitsverriegelungen und Steuerungssysteme

Verriegelungen verhindern, dass sich beide Türen des Durchreichkastens gleichzeitig öffnen, ein entscheidender Ausfallsicherungsmechanismus. Moderne Systeme verwenden speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) mit Touchscreen-Schnittstellen, die eine Anpassung der Zyklusparameter, die Dokumentation des Zyklusabschlusses und die Integration in Gebäudeleitsysteme ermöglichen. Alarmsysteme sollten das Personal auf Türfehlfunktionen, Dekontaminationsfehler oder Druckabweichungen aufmerksam machen. Einige fortschrittliche Durchreichkästen verfügen über biometrische Zugangskontrollen für erhöhte Sicherheit.

Material- und Konstruktionsstandards

Edelstahl (304 oder 316er Güte) ist der Standard für alle Innenflächen einer Schleuse mit durchgehenden Schweißnähten, die für eine einfache Dekontamination glatt poliert sind. Sichtfenster sollten aus Polycarbonat oder Verbundsicherheitsglas mit ausreichender Dicke gefertigt sein. Alle Ecken müssen einen Mindestradius aufweisen, um Partikelansammlungen zu verhindern und die Reinigung zu erleichtern. Die Außenoberfläche sollte der Laborästhetik entsprechen und gleichzeitig die Funktionalität wahren.

Ergonomie und Betriebseffizienz

Die Schleuse sollte auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegt sein und gleichzeitig die Sicherheit gewährleisten. Dazu gehören eine geeignete Höhenplatzierung, einfach zu bedienende Bedienelemente, klare Statusanzeigen und eine ausreichende Innenbeleuchtung. Die Größe sollte gängige Laborartikel aufnehmen und gleichzeitig das Luftvolumen für schnellere Dekontaminationszyklen minimieren. Einige Schleusen verfügen über Drehteller oder Förderbänder für einen effizienteren Materialtransfer zwischen Zonen.

Zusammenfassung und Empfehlungen

Durchreichkästen in P2- und P3-Laboren sind keine einfachen Durchreichöffnungen, sondern komplexe technische Systeme, die integraler Bestandteil der Laborsicherheit sind. Bei der Auswahl oder Spezifikation dieser Systeme sind folgende Punkte zu beachten:
  • Wählen Sie Verriegelungssysteme, die für die Risikobewertung Ihres Labors geeignet sind
  • Stellen Sie sicher, dass die Dekontaminationswirksamkeit für Ihre spezifischen biologischen Agenzien validiert ist
  • Überprüfen Sie, ob der Durchreichkasten
  • Planen Sie regelmäßige Wartungs- und Leistungstestprüfungen
  • Berücksichtigen Sie zukünftige Anpassungsfähigkeit für potenzielle Labor-Upgrades
  • Wählen Sie die geeignete Größe und Konfiguration basierend auf den Materialtransferanforderungen
Ordnungsgemäß konzipierte und gewartete Sicherheitsschleusen reduzieren Kontaminationsrisiken erheblich und verbessern die allgemeine Laborsicherheit. Sie dienen als kritische Kontrollpunkte in der Containment-Barriere und sollten mit der gleichen Bedeutung behandelt werden wie Sicherheitswerkbänke und andere primäre Containment-Geräte.
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